

Die Verabsolutierung der Lebenswelt in Schütz' phänomenologischer Sozialtheorie
pp. 115-214
in: , Kritik der Lebenswelt, Berlin, Springer, 1996Abstract
Sozialwissenschaft braucht »kein transzendentales Ego«. Das ist die Auffassung von Alfred Schütz.1 Gleichwohl sind Schütz' eigene Untersuchungen ausdrücklich »phänomenologischen Charakters«. Nicht anders als Husserl will nämlich auch Schütz »Sinnphänomene« analysieren — nur aber: »in der mundanen Sozialität«. So fordert bereits diese erste Markierung der Schützschen Ambivalenz gleich in doppelter Hinsicht zum ersten Widerspruch. Denn muß Schütz' explizit »soziologische Problemstellung« einerseits nicht zum Protest gegen eine Denkhaltung führen,2 die der »geistigen Welt« den »Vorrang« erteilt?3 Muß sie andererseits nicht auch in Schütz' eigenen Arbeiten Aporien provozieren, zumal Husserls Fragestellung eine epistemische ist, die nicht empirisches Wissen über die ›mundane‹ Realität, sondern dessen erkenntnistheoretische Sicherung erstrebt?