

Theater
pp. 154-162
in: Carsten Rohde, Thorsten Valk, Mathias Mayer (eds), Faust-Handbuch, Stuttgart, Metzler, 2018Abstract
Auf den deutschsprachigen Bühnen wurden zwischen 1750 und 1850 zahlreiche Faust-Dramen gespielt. Die Gattungsvielfalt dieser Theaterstücke umfasste neben traditionellen Formen wie Trauerspielen, Schauspielen und Lustspielen auch Puppenspiele, Schattenspiele, Pantomimen, Singspiele und Ballette. Während der Faust-Stoff zunächst von den Wandertheatern verbreitet wurde, etablierte er sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts zunehmend auf der Schauspielbühne. Als besonders erfolgreich erwiesen sich Johann Wolfgang Goethes Faust. Der Tragödie erster Teil (1808), August Klingemanns Trauerspiel Faust (1815) und Adolf Bäuerles Zauberspiel Doctor Faust's Mantel (1819). Um die unterschiedlichen Entwicklungslinien des Faust-Stoffes überschaubar nachzeichnen zu können, wird im Folgenden zwischen der Aufführungsgeschichte (I) der Puppenspiele, (II) der Pantomimen, Singspiele und Ballette, (III) der Schau- und Trauerspiele und (IV) Goethes Faust I differenziert.