哲学杂志철학 학술지哲学のジャーナルEast Asian
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Publication details

Publisher: Verlag für Sozialwissenschaften

Place: Wiesbaden

Year: 2003

Pages: 439-453

ISBN (Hardback): 9783322897886

Full citation:

Oliver von Wrochem, "Integration und Ausgrenzung", in: Lebendige Sozialgeschichte, Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften, 2003

Abstract

Die Politik der kommunistischen DDR-Führung schwankte im Hinblick auf die Gruppe der ehemaligen Wehrmachtsangehörigen im Gründungsjahrzehnt zwischen Ausgrenzung und Integration. Während sie sich bemühte, die einfachen Soldaten für ihre Ziele zu gewinnen, brachte sie den ehemaligen Berufssoldaten ein ausgeprägtes Misstrauen entgegen. Der Zweite Weltkrieg galt als verbrecherischer Eroberungskrieg der deutschen Eliten und als Erbe des preußischen Militarismus. Die Gruppe der Berufssoldaten stand unter dem Generalverdacht, den deutschen Krieg gewollt und befördert zu haben. Andererseits war die SED auf ihre Erfahrung für den Aufbau der Streitkräfte angewiesen und konnte es sich gleichfalls nicht erlauben, sie aus dem gesellschaftspolitischen Leben vollständig auszugrenzen. Sie verfolgte daher bei ihnen den Weg einer kontrollierten, und wie sich später herausstellen sollte, in Teilbereichen revidierbaren Integration. Als Gegenleistung wurde von den ehemaligen Berufssoldaten erwartet, dass sie das Misstrauen zerstreuten, indem sie sich in besonderer Weise für das neu konstituierte System einsetzten und öffentlich als überzeugte Antifaschisten in Erscheinung traten — auch, um in diesem Sinne auf andere Wehrmachtsangehörige einzuwirken.

Publication details

Publisher: Verlag für Sozialwissenschaften

Place: Wiesbaden

Year: 2003

Pages: 439-453

ISBN (Hardback): 9783322897886

Full citation:

Oliver von Wrochem, "Integration und Ausgrenzung", in: Lebendige Sozialgeschichte, Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften, 2003