

Vergangene Zukünfte im Medium gegenwärtiger Bildungsbiographien
pp. 13-44
in: Christiane Hof, Hannah Rosenberg (eds), Lernen im Lebenslauf, Berlin, Springer, 2018Abstract
Die erziehungswissenschaftliche Biographieforschung geht von dauerhaften Strukturbildungen im Leben jedes Einzelnen aus. Diese Stabilitätsannahme ist nicht zuletzt durch zeitdiagnostisch orientierte soziologische Analysen brüchig geworden. Sie fokussieren die Prozesshaftigkeit sozialer Realität. Wenn die These über die verlorene (Zeit-) Stabilität von Lebensläufen und Biographien zutrifft, wird qualitative Bildungsforschung auf der Grundlage von Einmalhebungen fragwürdig. Der Beitrag verdeutlicht, dass von Wiederholungserhebungen folgenreiche Anregungen für die Weiterentwicklung der Theorie der (Bildungs-)Biographie zu erwarten sind. Biographietheoretisch, indem von der Fokussierung auf die einzelne Biographie als repräsentatives und abgeschlossenes Resultat auf die Serialität von Bildungsgestalten und weiter den Prozess des Biographisierens umgestellt wird. Und bildungstheoretisch, indem an die Stelle von eindimensional stabilen Subjektgestalten mehrdimensional dynamische Subjektmodelle treten.